Fabian E

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Hallo, ich bin Fabian, 21 Jahre alt und habe von August 2018 bis August 2019 ein Jahr Work and Travel in Kanada verbracht.

Zusammen mit einem Kumpel haben wir damals nach dem ganzen Visum-Kram günstige Flüge bei Icelandair gebucht und sind am 29.08.2018 von Hamburg über Island nach Vancouver geflogen. Dort haben wir uns für die erste Woche ein AirBnb gemietet, sodass wir den Jetlag überwinden konnten und uns auch um den ganzen Papierkram wie Bankkonto, SIN-Nummer und Führerschein kümmern konnten. Vancouver hatte für mein Work and Travel Abenteuer das genau richtige Flair (Party, Großstadtleben, nicht zu kalt und bereits viele Leute kennengelernt), sodass ich dort gar nicht mehr weg wollte. Aus diesem Grund haben wir über Craigslist ein günstiges Zimmer innerhalb einer WG etwas außerhalb von Vancouver (Langara) angemietet. Auch in der Nacht sind eigentlich alle äußeren Bezirke mit dem Night-Bus erreichbar. in Vancouver hatte ich nach der ersten Woche bereits meinen ersten Job bei Pristine Labour, was ich für den Anfangsstart auf jeden Fall empfehlen kann. Tendenziell habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie ständig Arbeitskräfte brauchen und man deshalb auch in wenigen Tagen einen Job zugesichert bekommt. Dieser hatte mir allerdings weniger gefallen, da man doch ziemlich lange und anstrengende Arbeitstage hatte, dennoch gutes Geld verdient hat.

Währenddessen habe ich über die große „Work and Travel Kanada“ Facebook-Gruppe auch neue Leute kennengelernt, mit denen wir insgesamt zu sechst im November 2018 erst nach San Francisco und weiter nach Cancun, Mexico geflogen sind. Beide Destinationen kann ich empfehlen und sind definitiv eine Reise wert, besonders da diese nicht allzu weit von Vancouver entfernt sind. Auch Unterkünfte in Cancun und Playa del Carmen sind recht günstig. Die Party-Szene ist auch nicht zu beneiden. Nach knapp zwei Monaten hatte ich meinen Job bei Pristine Labour gekündigt und mich beim Vancouver Christmas Market beworben. Hier hatte ich im Ticketverkauf gearbeitet. Auch dies kann ich nur weiterempfehlen. Man hat schnell Anschluss zu weiteren Deutschen gefunden und auch viel Spaß gehabt. Die Arbeitszeiten waren oftmals flexibel. Ein Manko war allerdings, dass die Stunden oftmals bei schlechtem Wetter gekürzt wurden.

Nach Weihnachten hatte ich mich in einem kanadischen Restaurant im Parq Vancouver beworben, wo ich auch direkt ein Job ergattert habe. Dort habe ich bis Juni 2019 vollzeitmäßig anfangs als Food Runner und zum Schluss als Lead Food Expeditor gearbeitet. Hier gab es diverse Boni wie die Vancouver Tourism Challenge, bei dem man einen Traveller Industry Pass bekommt, mit dem man viele Attraktionen in und um Vancouver kostenlos oder günstiger besuchen kann. Dieser hatte sich definitiv gelohnt. Gleichzeitig habe ich ab April 2019 in einem thailändischen Restaurant zusätzlich Geld verdient. Allgemein betrachtet kann ich für ein Work and Travel Job die Gastronomie-Szene empfehlen, da man dort mit dem Trinkgeld zusammen richtig gutes Geld verdient und die Arbeitszeiten oftmals flexibel mit dem Arbeitgeber besprochen werden können. Viele Clubs honorieren einen Job in der Gastronomie, indem man ihnen sagt, dass man zur „Industry“ gehört, seinen Arbeits-Schedule zeigt und so auch vergünstigten oder sogar kostenlosen Eintritt bekommt. Ebenso empfehle ich einen Job außerhalb der typischen Work and Traveller Jobs (Pristine Labour, Vancouver Christmas Market oder Ski Resorts,) da man so oftmals mit kanadischen Arbeitskollegen zusammenarbeitet und man sich so ein Freundeskreis in der jeweiligen Stadt neben Deutschen aufbauen kann.

Im Januar 2019 ging es für mich von Vancouver aus in den hohen Norden Kanadas, nämlich nach Yellowknife. Ich wollte gern einmal den richtig kanadischen Winter erleben und Polarlichter sehen. Dort erwarteten mich -35 Grad Celsius. In Yellowknife selber gab es dank den kalten Temperaturen und des frühen Dunkelwerdens wenig zu tun. Das Stadt-Museum, welches kostenlos ist, ist sehr informativ und zeigt einem nochmals die Geschichte von Yellowknife. Leider waren die Polarlichter während meines Aufenthalts ziemlich schwach und der Himmel oftmals bewölkt, sodass ich diese nicht in der vollen Farbenpracht wahrnehmen konnte… naja auf ein nächstes Mal!

Mit einer Bekannten, die auch mit in Mexico war, bin ich im April 2019 nach Hawaii (Oahu) und Los Angeles geflogen. Auf Oahu haben wir Couch Surfing ausprobiert, was einigermaßen gut geklappt hat, ich aber dennoch weiter Hostels bevorzugen würde. Oahu selbst ist wunderschön und auch recht vielfältig. Ich empfehle mindestens eine Woche dort zu verbringen. Los Angeles selber ist auch zu empfehlen (Walk um Hollywood Sign herum + Universal Studios), allerdings meiner Meinung nach ziemlich overrated, aber definitiv eine Reise wert.

Im Mai 2019 ging es für mich für zwei Wochen auf Asien-Reise. China Southern Airlines hatte im Januar desselben Jahres aufgrund des chinesischen Neujahrs günstige Flüge von Vancouver aus nach Asien. Aus diesem Grund bin ich für knapp 350 Euro damals nach Bali, weiter nach Singapur sowie Bangkok und nach Guangzhou in China geflogen. Definitiv eine ganz andere Welt als Kanada!

Nach einer weiteren Reise im Juni 2019 nach Miami habe ich meine beiden Jobs gekündigt und mit meinem Kumpel einen Roadtrip von Vancouver über Vancouver Island bis nach Quebec City gemacht. Insgesamt waren wir knapp 6 Wochen unterwegs und sind dabei knapp 11.000 Kilometer in unserem Honda Odyssey gefahren.

Must-See/Do:
• Tofino (Surfen!), Ucluelet und Victoria auf Vancouver Island
• Banff (Morraine Lake (Kanu fahren) und Lake Louise)
• Fahrt durch Icefields Parkway
• Joffree Lakes Provincial Park
• Little Qualicum Falls
• Human Rights Museum in Winnipeg
• Pytho Lake
• Ottawa + OWL Rafting in der Nähe von Ottawa
• Niagara Falls
• Stampede in Calgary
• Dinosaur Provincial Park in Alberta
• Montreal und Quebec City
• Canada’s Wonderland + Toronto Citypass
• Quarry Rock and Lynn Canyon in Vancouver

Insgesamt kann ich eine Reise im eigenen Auto empfehlen. Geeignete Abstellplätze für den Camper-Van für die Nacht haben wir durch die App „ioverlander“ gefunden. Geduscht haben wir meistens am Strand, an einem See oder in einem Community Center für wenig Geld. Auch das Wetter von Juni bis August 2019 hat den Roadtrip nicht beeinträchtigt. Die Route von Vancouver über Vancouver Island bis nach Quebec ist alles in allem gut zu fahren. Bis Alberta hat man vielfältige Landschaften und wunderschöne Natur. Leider lässt ab Saskatchewan die Vielfältigkeit nach, wodurch die Fahrt einem sehr lang vorkommen kann. Dies wird ab Ontario deutlich besser und das fahren macht wieder Spaß. Das Endziel des Roadtrips war dann Quebec City und Montreal, wo wir 4 Tage verbracht haben. Da wir unser Auto nicht mehr verkaufen konnten, haben wir diesen für etwas Geld verschrotten lassen. Von da aus sind wir dann mit dem Bus weiter nach New York gefahren, wo wir weitere 5 Tage verbracht haben. Das Wetter im August ist traumhaft dort und die Stadt einfach ein Traum, definitiv auch eine Reise wert.
Von hier aus sind wir mit einem kurzfristig gebuchten Flug für knapp 250 Euro wieder in Richtung Europa nach Amsterdam geflogen. … ja und das war mein Work and Travel Abenteuer in Kanada! Ich bereue die Reise auf keinen Fall, sie hat mir insgesamt viel gegeben, meine Persönlichkeit gestärkt und mich selbstbewusster gemacht. Vancouver als Startpunkt kann ich nur empfehlen. Die Stadt bietet alles was man sich wünschen kann und dennoch noch so viel mehr.

Ich kann jedem nur Work and Travel in Kanada ans Herz legen und hoffe auch, wenn du dich dafür entscheiden solltest, genauso vom Land geflasht zu werden wie ich es schon bin und genauso tolle Erfahrungen machen wirst.

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